Was sind Klinkerriemchen und wie werden sie hergestellt?
Professionelle Klinkerriemchen sind dünne Scheiben aus gebranntem Ton, die entweder aus echten Klinkerziegeln gesägt oder direkt in dieser Form gebrannt werden. Ihre Stärke beträgt je nach Hersteller und Produktlinie zwischen etwa 8 und 25 Millimetern, während Länge und Breite den Maßen klassischer Mauerziegel entsprechen. Dadurch entsteht nach der Verlegung optisch ein vollwertiges Ziegelmauerwerk – mit echter Fugenstruktur und authentischer Oberflächentextur.
Der Brennprozess bei sehr hohen Temperaturen verleiht Klinkerriemchen ihre charakteristischen Eigenschaften:
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hohe Druckfestigkeit – der gebrannte Ton widersteht mechanischen Belastungen und ist stoßresistent
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geringe Wasseraufnahme – die dichte Struktur des Scherbens verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit
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Frostbeständigkeit – geeignet für den Außeneinsatz in mitteleuropäischen Klimabedingungen
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Farbechtheit – die Pigmentierung geht durch den gesamten Scherben, sodass Abrieb und Witterung die Farbe nicht verändern
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Pflegeleichtigkeit – glatte und strukturierte Oberflächen lassen sich einfach reinigen
Einsatzbereiche von Klinkerriemchen
Die Vielseitigkeit von Klinkerriemchen macht sie zu einem der beliebtesten Verkleidungsmaterialien im modernen Hoch- und Innenausbau. Im Außenbereich werden sie vor allem zur Fassadenverkleidung eingesetzt – als vorgehängte hinterlüftete Fassade oder als direkter Putzträger auf gedämmten Untergründen. Durch ihr geringes Gewicht im Vergleich zu Vollklinker lassen sie sich auch bei der Altbausanierung problemlos einsetzen, ohne die Tragkonstruktion zusätzlich zu belasten.
Im Innenbereich eröffnen Klinkerriemchen gestalterisch vielfältige Möglichkeiten. Besonders beliebt ist die Verwendung als Wandverkleidung in Wohnräumen, Küchen und Bädern, wo sie dem Raum eine industrielle oder rustikale Note verleihen. Auch Kamine, Küchenrückwände, Treppenhäuser und Eingangsbereiche werden häufig mit Klinkerriemchen gestaltet. Im gewerblichen Bereich finden sie Anwendung in Restaurants, Hotels, Büros und Einzelhandelsflächen, wo ein markantes Erscheinungsbild gewünscht ist.
Verlegung von Klinkerriemchen – worauf kommt es an?
Die fachgerechte Verlegung von Klinkerriemchen erfordert sorgfältige Vorbereitung und die Verwendung geeigneter Materialien. Der Untergrund muss tragfähig, trocken, eben und frei von losen Bestandteilen sein. Bei der Außenanwendung ist zudem auf einen ausreichenden Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit zu achten.
Als Klebemörtel kommen je nach Einsatzbereich unterschiedliche Produkte zum Einsatz – für den Innenbereich reichen in der Regel Fliesenkleber der Klasse C1 oder C2 aus, während für den Außenbereich und bei Frost-Tau-Wechselbeanspruchung flexibler Klebemörtel der Klasse C2S1 oder C2S2 empfohlen wird. Die Verlegung erfolgt im Verband – ähnlich wie bei echtem Mauerwerk – mit versetzten Stoßfugen, was dem Verband Stabilität und ein authentisches Erscheinungsbild verleiht.
Nach dem Abbinden des Klebers werden die Fugen mit einem geeigneten Fugenmörtel verfüllt. Die Wahl der Fugenfarbe hat erheblichen Einfluss auf das Gesamtbild – helle Fugen lassen das Mauerwerk leichter und freundlicher wirken, dunkle Fugen betonen den Kontrast und verleihen dem Erscheinungsbild mehr Tiefe und Dramatik.
Klinkerriemchen im Vergleich zu anderen Verblendmaterialien
Im Vergleich zu alternativen Verblendmaterialien wie Kunststein, Betonriemchen oder Keramikfliesen in Klinkeroptik punkten echte Klinkerriemchen vor allem durch ihre Authentizität und Langlebigkeit. Die natürlichen Farbvariationen, die durch den Brennprozess entstehen, sowie die charakteristische Oberflächentextur sind mit industriell hergestellten Imitationen nur schwer zu reproduzieren.
Gegenüber Vollklinker bieten Klinkerriemchen den Vorteil des deutlich geringeren Gewichts und der einfacheren Verarbeitung. Während die Vermauerung von Vollklinker Fachkenntnisse im Maurerhandwerk voraussetzt, können Klinkerriemchen von versierten Heimwerkern oder Fliesenlegern verlegt werden. Auch der Materialbedarf und die Transportkosten sind bei Riemchen deutlich geringer.
Pflege und Reinigung von Klinkerriemchen
Klinkerriemchen sind ausgesprochen pflegeleicht und benötigen im Normalbetrieb kaum Wartung. Im Außenbereich reinigt sich die glatte Oberfläche durch Regen weitgehend selbst. Bei stärkerer Verschmutzung – etwa durch Algen, Moos oder Kalkablagerungen – empfiehlt sich die Reinigung mit einem milden Reinigungsmittel und einer weichen Bürste oder einem Niederdruckreiniger.
Für den langfristigen Schutz im stark beanspruchten Außenbereich kann die Behandlung mit einem Imprägnierungsmittel sinnvoll sein, das die Wasseraufnahme weiter reduziert und die Oberfläche vor Verschmutzung schützt, ohne das typische Erscheinungsbild zu verändern.